Willkommen bei yap-cfd: Geschichte

 

Der Vater des christlichen Friedensdienstes ist der Elsässer Etienne Bach, damals Offizier der französischen Besatzungstruppe im Ruhrgebiet. Am Karfreitag des Jahres 1923 nahm er an einem deutschen Gottesdienst teil. Beim Abendmahl stand er neben dem Bürgermeister von Datteln, mit dem die Besatzer große Schwierigkeiten hatten. „Die Hand des Geistlichen zitterte, als wir aus demselben Kelch tranken und dasselbe Brot brachen", sagte Bach später über diesen Moment, aber auch: „ Die Herzen waren verändert." Nach diesem Erlebnis haben die beiden gemeinsam versucht, einerseits die Lebensumstände der Menschen am Ort zu verbessern und andererseits das Bild des französischen Besatzers in den Köpfen der Menschen zu verändern. Pfarrer Thomas Mämecke hat über diese Begegnung einen ausführlichen Artikel geschrieben, der hier als Download zur Verfügung steht.

 

Christen aus Holland, Belgien, England und der Schweiz schlossen sich dieser Versöhnungsidee an und gründeten 1924 den „Kreuzritterorden", der später in „Christlicher Friedensdienst" umbenannt wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten  war yap-cfd verboten. Ebenso ging es dem Mouvement Chretien pour la Paix (MCP) nach der Besatzung Frankreichs. Einzelpersonen versuchten jedoch auf privater Basis Kontakt zu den aktiven Flüchtlingshelfern in der Schweiz zu halten. So war es vor allem die Schweizerin Gertrud Kurz, die durch die Aufnahme und Versorgung von Kriegsflüchtlingen ein neues, bis heute aktuelles Arbeitsfeld begründete. „Mutter Kurz", wie sie genannt wurde, organisierte nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zusammen mit anderen „Kreuzrittern" die Versorgung von Tausenden von Flüchtlingen mit privat gesammelten Kleidern, Lebensmitteln und Geschirr und ihre Aufnahme in speziellen „Kreuzritterheimen".

 

Nach dem Krieg ist das Gedankengut des cfd von der Schweiz wieder nach Deutschland und Frankreich zurückgebracht worden. Die Ideen haben sich schnell in Europa ausgebreitet. So sind bald auch in Italien, den Benelux-Ländern, England und anderen europäischen Ländern wie z.B. Malta und Portugal cfd-Zweige gegründet worden. Später wurden Kontakte zu Friedensaktivisten in Algerien und Palästina geknüpft. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts haben sich Initiativen aus osteuropäischen Ländern z.B. aus Lettland, Litauen, Rumänien und Ungarn angeschlossen. Alle fühlen sich einer Gemeinschaft zugehörig. Dies wird auch in der bildlichen Sprache deutlich, die von den einzelnen nationalen Zusammenschlüssen als "Zweigen" spricht.

 

Der bundesdeutsche Zweig des cfd konzentrierte sich nach dem Krieg auf internationale Begegnungen und Jugendaufbaulager und beteiligte sich am Widerstand gegen die Atombewaffnung zur Zeit des kalten Krieges. In den 60er und 70er Jahren wandelte sich der cfd von einer personenbezogenen Bewegung zu einem Verein mit Geschäftsstelle und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Sowohl der Vereinsgründung (1967) als auch der Neuformulierung des Selbstverständnisses (1975) gingen mehrjährige Diskussionsprozesse im cfd voraus. Anfang der 80er Jahre nahm die Aktion „Hungern nach Frieden und Gerechtigkeit", in der der Zusammenhang von Rüstung und Hunger thematisiert wurde, einen wichtigen Platz im cfd ein. Die Aktion verknüpfte das Engagement von entwicklungspolitischen Gruppen, Friedensgruppen und Gemeinden. Ein zweiter Schwerpunkt war in dieser Zeit die Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion.

In den 90er Jahren kam die Friedensarbeit im ehemaligen Jugoslawien hinzu. Die nationalen Partnerorganisationen des cfd sind in einem internationalen Dachverband zusammengeschlossen. Der Verband hieß lange Zeit "Christian Movement for Peace" (CMP), wurde jedoch 1994 in "Youth Action for Peace" (YAP) umbenannt, um seine Offenheit für alle Religionen zu dokumentieren. Dem folgte der cfd im Jahre 2000 indem er sich in yap-cfd um benannte.

2013 wurde yap-cfd mit seinem Arbeitsfeldern in den ICJA Freiwilligenaustausch weltweit integriert. Seitdem führt yap-cfd seine beiden Programmformate Freiwilligendienste und Workcamps unter dem Dach des ICJA durch. In den nächsten beiden Jahren soll im Rahmen eines Visionsentwicklungsprozesses an der Idee des nun gemeinsamen Verbundes bestehend aus yap-cfd und ICJA gearbeitet werden.

 

Die spannende Geschichte und Entwicklung des yap-cfd auch nach 90 Jahren: „to be continued“…