Workcamps in Afrika, Lateinamerika und Asien

 

Workcamps im "Globalen Süden" sind eine gute Möglichkeit mittels solidarischer und gemeinnütziger Arbeit mit Land und Leuten in intensiven Kontakt zu kommen. Oft finden die Camp-Projekte in kleinen Gemeinden in ländlicher Umgebung statt, abseits gängiger touristischer “Highlights”. Als Freiwillige unterliegt Ihr annähernd den lokal üblichen Arbeits- und Lebensbedingungen, dies bietet die Chance wenigstens teilweise der Rolle des Touristen zu entkommen und die Lebenswelt des Gastlandes sehr direkt kennenzulernen.

 

Freiwilligendienste in Workcamps sollen keine „Konsumveranstaltung" sein, sondern die Möglichkeit bieten sich durch ehrenamtliche Arbeit bei den Gastgebern nützlich zu machen. Ausserdem bieten sie die Möglichkeit die jeweilige Kultur und die sozialen Verhältnisse im direkten und freundschaftlichen Kontakt mit den Menschen des Gastlandes kennen zu lernen.

 

Damit dies gelingt, solltet Ihr unbedingt bereit sein, Euch vor der Reise intensiv mit dem jeweiligen Land, der eigenen Rolle als Reisender und den gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander zu setzen. Hilfreich ist auch die Fähigkeit auf unerwartete Situationen flexibel reagieren zu können und mit einfachsten Verhältnissen zurecht zu kommen. Grundkenntnisse der jeweiligen Landessprache sind von großem Vorteil (in Afrika: Englisch bzw. Französisch, in Asien Englisch bzw. Französisch, in Lateinamerika: Spanisch).

Auch für die TeilnehmerInnen des Gastlandes ist das Workcamp eine Chance sowohl ihr eigenes Land als auch junge Menschen aus anderen Ländern kennen zu lernen.

Damit es ein wirklicher Austausch werden kann, ist es auch hier wichtig sich vorher Gedanken zu machen, welchen Beitrag ich denn als RepräsentantIn meines eigenen Landes leisten kann.

 

Wir bitten dich daher, dich vorab mit den besonderen Problemlagen zu beschäftigen, die durch Nachwirkungen der kolonialen Vergangenheit sowie die ökologischen Kosten des Flugverkehrs verursacht werden. Bestandteil der Vermittlung in ein Workcamp in den globalen Süden ist daher ein individuell vereinbartes Vorbereitungsgespräch (per Telefon oder auch persönlich, Ansprechpartner ist Nikolaus Ell nell(at)icja.de).

 

ICJA empfiehlt sich zur eigenen Vorbereitung folgende Links und Texte anzuschauen:

 

- Die Broschüre „Mit Kolonialen Grüßen…“, mit zahlreihen Denk-Anstößen, zum Download hier

 

- Das ICJA Glossar zu den Begriffen Frieden, Entwicklung, Rassismus und Kultur, hier

 

- Chimamanda Ngozi Adichie spricht im TED Talk von der Wirkung von Stereotypen: The Danger of a single Story, zum Anschauen hier  (Das Motto dieser Vorträge lautet: „Ideas worth spreading“)

 

- Informationen zum ökologischen Fußabdruck von Flugreisen, hier

 

Desweiteren ist es uns wichtig darauf hinzuweisen, dass der ICJA weder „Entwicklungszusammenarbeit“ noch „Entwicklungshilfe“ betreibt. Dementsprechend liegt das Ziel eines Workcamps in der interkulturellen Erfahrung der Teilnehmenden. Wir distanzieren uns von der herkömmlichen Definition, in der Entwicklung mit einem bestimmten industriellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozess gleichsetzt wird, der von allen Ländern durchlaufen werden muss. Durch seine Programm- und Bildungsangebote möchte der ICJA stattdessen für das komplexe Themenfeld Entwicklung sensibilisieren.

 

Mögliche Kosten auf einen Blick:

 

Da internationale Freiwilligenarbeit in der Regel in den Gastländern keine öffentliche Förderung erhält, sind in allem Camps noch zusätzliche Gebühren zu entrichten. Damit werden die Kosten für eure Unterkunft und Verpflegung beglichen, ihr unterstützt aber auch damit die gemeinnützige Arbeit der Freiwilligendienste vor Ort. Es entstehen bei einem Workcamp in Afrika, Asien und Lateinamerika in der Regel folgende Kosten:

 

- Vermittlungsgebühren an ICJA: Bei der Anmeldung überweist Du 99,- Euro

- Beitrag an das Projekt vor Ort: Zwischen 150,- und 250,- US$ oder Euro sind zu bezahlen beim Projekt vor Ort, der genaue Betrag wird in der Projektbeschreibung der Workcamps genannt.

- Hinzu kommen noch die jeweiligen Anreisekosten zum Vorbereitungsseminar, die Flug- Reisekosten zum Workcamp, die Beiträge für Visa, Impfungen und Versicherungen.