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Erlebnisbericht über einen Freiwlligendienst
in Mexiko bei Vivemexico Nachdem ich im letzten Sommer (2007) erfolgreich
mein Abitur abschloss, machte ich mich auf die Suche nach einem für mich
geeigneten Projekt im Ausland. Sehr schnell stand bei mir fest, dass ich mir
erst einmal Zeit nehmen möchte um mich ehrenamtlich und sozial in einem armen
Land einzusetzen, bevor ich mein Studium auf mich nehmen werde. Nach endlos
scheinenden Stunden und Recherchen im Internet und unzähligen Gesprächen
mit Freunden, hatte ich das Gefühl die richtige Organisation gefunden und
mich für das passende Projekt entschieden zu haben. Nun folgte die Bewerbung
und die Zeit wurde immer knapper und knapper. Nachdem ich das "Ja"
von der Organisation erhielt, galt es für mich viele Dinge zu organisieren.
Beim Flug angefangen über den Reisepass bis hin zum Moskitonetz. Auf
den letzten Drücker musste noch jeder Tag und jede freie Minute fürs
Erledigen einiger wichtiger Dinge, aber auch fürs Verabschieden genutzt werden.
Mit sehr flauem Gefühl im Magen saß ich dann nun endlich im Auto auf
dem Weg zum Flughafen. Einerseits mit großer Vorfreude und Spannung
auf das Abenteuer und andererseits sehr traurig, leer und vor allem nichtwissend
was wohl auf mich zukommen wird. Die Begrüßung und die Einführung
von der Organisation in Morelia war etwas unzufrieden stellend und sehr notdürftig.
Im Gegensatz dazu nahmen mich die anderen Freiwilligen mit offenen Armen in Empfang.
Mit großer Aufregung fieberte ich dem Beginn meiner Arbeit in "Janitzio",
der kleinen Insel mit eigener Kultur und indigener Bevölkerung (pur´hépecha)
zu. Schnell war ich Gesprächsthema der ganzen Insel, denn schließlich
war ich etwas sehr besonderes. Meine Aufgaben in der Schule dort standen für
mich sehr schnell fest. Den mangelhaften Englischunterreicht konnte ich durch
mein Wissen und meine Anwesenheit sehr aufbessern, auch im Matheunterricht und
weiteren Fächern konnte ich den Schülern durch meine große Geduld,
meinem Interesse und Wissen bei ihren vielen Fragen immer zur Seite stehen und
ihnen helfen. Die Kampagnen zur Beseitigung des Mülls standen gleich
unter meiner Leitung und auch am Nachmittag konnte ich meinen Schülern bei
zusätzlichen Gitarrensunden, sportlichen Aktivitäten und beim Nachhilfeunterricht
viel Wissen, aber vor allem auch soziale und kulturelle Werte vermitteln.
Während dem halben Jahr auf der Insel, lebte ich mit vielen verschiedenen
Familien dieser Kultur zusammen. Manchmal nur gemeinsam unter einem Dach und manchmal
jedoch sogar zu dritt in einem Bett. So sah ich meine Aufgabe und meine Arbeit
nicht nur in der Schule, sondern auch im alltäglichen Zusammenleben mit den
Familien. Es bereitete ihnen große Freude mich an ihrer Kultur teilhaben
zu lassen und so durfte ich sehr viele Feste miterleben, mir das Kochen und ihre
Handarbeit aneignen und nicht zuletzt Duschen aus Kübel und Klogänge
in Bretterhütten genießen. Sie zeigten auch immer sehr großes
Interesse an meiner Kultur, an den Unterschieden, aber vor allem an mir als Person,
so konnte ich sehr schnell viele und gute Freundschaften schließen und Langeweile
kam so schnell nicht auf. Der Abschied fiel ihnen und mir ganz und gar nicht
leicht, wir hatten uns so aneinander gewöhnt und ins Herz geschlossen.
Auch wenn ich mich so schnell und ohne Probleme an ihre Kultur, Traditionen und
Lebensumstände gewöhnt habe und ich wunderschöne und vor allem
sehr besondere 6 Monate mit vielen unglaublichen Augenblicken, Momenten und einzigartigen
Erfahrungen machen durfte, bin ich auch wieder gerne und gut hier in Deutschland
in meiner vertrauten Umgebung angekommen. von Carmen Dessecker
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