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Artikel zum Flüchtlings-Workcamp in Gießen 2008

(mit freundlicher Genehmigung von Evangelische Kirche in & um Gießen, 29.08.2008,
Original-Artikel auf: http://www.giessen-evangelisch.de/nachrichten/index.html?workcamp2008.html)



Begegnung mit Flüchtlingen
Freiwilligengruppe zu Gast in Gießen

Gießen. Zehn junge Leute aus Taiwan, Spanien, der Schweiz, Russland, den USA und Deutschland haben zwei Wochen ihrer Sommerferien genutzt, um in Gießen als Freiwillige des Christlichen Friedensdienstes e.V. Flüchtlingen aus aller Welt zu begegnen.

Flüchtlingen aus aller Welt zu begegnen. Asylsuchende, die nach Hessen kommen, durchlaufen zunächst die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen. Dort bietet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau Beratung und Seelsorge an. Die Jugendlichen haben täglich einige Stunden bei der Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen mitgearbeitet. Außerdem haben die Freiwilligen, die noch bis Samstag in den Räumen der Evangelischen Petrusgemeinde wohnen, sich intensiv mit dem Thema Flucht und Asyl auseinandergesetzt.

Youth Action for Peace -Christlicher Friedensdienst e.V. ist eine Freiwilligenorganisation mit einem weltweiten Netz von Partnerorganisationen, die kurzfristige internationale Freiwilligeneinsätze (Workcamps) auf der ganzen Welt anbietet. Bei solchen Workcamps treffen sich zehn bis zwanzig junge Leute, zumeist Studenten, um zwei oder mehr Wochen miteinander zu leben, zu lernen und für einen gemeinnützigen Zweck zu arbeiten. Im Alltag lernen die Teilnehmer die Verständigung mit Gleichaltrigen aus unterschiedlichen Kulturen und erfahren ganz praktisch den Sinn gemeinschaftlichen Engagements.

In Gießen sind die Jugendlichen Menschen aus allen Kontinenten begegnet, die vor Gefahren und Unterdrückung in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen sind. Bei gemeinsamen Aktivitäten in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wie dem Anlegen eines Kräutergartens, Fußball spielen, und kreativen Angeboten haben die Teilnehmer viele Menschen und Geschichten kennen gelernt, von Konflikten erfahren, über die sie in den Medien bislang nichts entdeckt haben. Sprachliche Barrieren seien durch Verständigung auch ohne viele Worte überwunden worden. Sie hätten viele bedrückende Geschichten der Flüchtlinge erfahren und gleichzeitig fröhliche, unbelastete Momente erlebt, berichten die Teilnehmer.

Unterstützt und begleitet wurde die Gruppe vom Evangelischen Flüchtlingspfarrer Hermann Wilhelmy und Janina Gieseking, die im Auftrag der Kirche Asylsuchende in der Erstaufnahmeeinrichtung berät. Pfarrer Wilhelmy zeigt sich von der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen wie mit der Behörde beeindruckt. „Für mich ist es eine wichtige Erfahrung, dass junge Menschen von weit her kommen und sich mit der Flüchtlingsproblematik in Deutschland auseinandersetzen.“ Die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung habe das Zusammentreffen vor Ort ermöglicht. „Die guten Erfahrungen der Teilnehmer, die sie mit nach Hause nehmen, trägt zum Verständnis von Menschen bei, die ihre Heimat verlassen mussten. Es sind die menschlichen Begegnungen, die zählen und die Erfahrung, dass friedliches Zusammenleben möglich ist“, so Flüchtlingsseelsorger Wilhelmy.

Hier gibt's Fotos vom Workcamp in Giessen 2008.